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Wertermittlung von Porzellan

Oftmals erreichen mich Anfragen bezüglich des Wertes von Porzellanstücken. Mit der Mitteilung meiner Einschätzung an den Fragenden ist manchmal auch sicherlich eine Entäuschung verbunden. Deshalb möchte ich in diesem Kapitel versuchen, die wichtigsten Kriterien zwecks Wertermittunng von Porzellan darzustellen. Es dient ausschließlich dazu, daß Sie Ihre Stücke selbst besser einschätzen können und nicht um "den" Wert zu ermitteln. Letztlich wird Jeder solche Stücke nach seinem persönlichen Geschmack und seinen Vorlieben kaufen, so das die zu erziehlenden Preise nie sicher angegeben werden können. Es handelt sich somit bei Angaben immer um eine subjektive, also persönliche Einschätzung der möglicherweise zu erziehlende Preise.

Zwecks Ermittung des Herstellers und des Alters ist eine Identifikation der Porzellanmarke (in der Regel unter dem Stück) unerläßlich. Diese kann in verschiedenen Arten angebracht sein. Entweder ist die Marke als Stempel farbig auf bzw. unter der Glasur aufgetragen oder als sogenannte Blindmarke ins Porzellan gepreßt. Eine eigenständige Suche nach dem Hersteller bzw. dem Herstellungszeitraum wird jedoch trotz vorhandener Marke für einen Laien oftmals schwierig, gab es doch hunderte von Porzellanherstellern mit tausenden verschiedener Marken alleine in Deutschland. Nicht zuletzt gab es früher wie heute Hersteller, die die eigene Marke an Die bekannterer Hersteller stylistisch angelehnt haben oder gar bewußt kopieren. Hilfe bei der Suche erfährt man oftmals in spezialisierten Foren oder auf entsprechenden HP´s.

Maßgebend für den Wert eines Stückes ist auch der Zustand. Fehlen an einer Figur Finger, ist der Kopf oder Arm abgebrochen und u.U. selbst angeklebt worden, Abstöße am Sockel (sog. Chips) oder auch Risse durch die Figur lassen den ursprünglichen Wert je nach Art und Umfang der Beschädigung drastisch sinken. Selbst nach einer provessionellen Restauration verliert das Stück an Wert. Ebenfalls ausschlaggebend ist der Zustand der Dekoration. Meist sind bei älteren Stücken die Farben auf der Glasur aufgetragen. Gold- sowie Silberdekorationen sind immer überglasur. Somit ist die Dekoration ungeschützt und anfällig gegen Abrieb. Stark beriebene (abgeriebene) Dekorationen mindern ebenfalls den Verkaufswert. Alles in Allem sollte ein älteres Stück einen dem Alter entsprechend guten Zustand aufweisen, d.h. keine Beschädigungen / Restaurationen und geringe Gebrauschspuren wie bspw. einen geringfügig beriebenen Goldrand.

Leider kann man nicht sagen, je älter ein Stück ist um so wertvoller ist es. Es kann durchaus sein, daß ein jüngeres Teil einen höheren Preis erziehlt als ein Älteres. Dieses resultiert u.A. aus dem Herstellungszeitraum, also der Epoche, welcher das Stück angehöhrt. Hier habe ich, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige der gängigen Epochen aufgelistet, die z.B. auch für Porzellan gelten:

Epoche:

Barock
ca. 1600 - ca. 1720







Klassizismus
ca. 1770 - ca. 1840




Gründerzeit
ca. 1850 - ca. 1870



Historismus
ca. 1860 - um 1895







Jugendstil (Art Nouveau)
ca. 1896 - ca 1920





Art Déco
ca. 1920 - ca. 1940

Unterteilung der Epoche:

Frühbarock
ca. 1600 - 1650

Hochbarock
ca. 1650 - 1720

Spätbarock oder Rokoko
ca. 1720–1770

Empire
ca. 1800 - ca. 1815

Biedermeier
ca. 1815 - ca. 1848






Romantischer Historismus (Neugotik)
vor 1870

Strenger Historismus (Neorenaissance)
ca. 1870 - ca. 1890

Späthistorismus (Neobarock)
nach 1890

Jugendstil
ca. 1896 - ca. 1915

Ausgehender Jugendstil (Übergang in Art Deco)
ca. 1915 - ca. 1925


Oftmals wird der Herstellungszeitraum eines Stückes auch mit einer Jahrhundertangabe mitgeteilt. Da es kein Jahr Null gab, umfaßt der Begriff "Jahrhundert" immer die hundert Jahre, die mit dem entsprechendem vollen Jahr enden. So benennt z.B. das 19´te Jahrhundert den Zeitraum zwischen dem 01.01.1801 bis zum 31.12.1900 oder das 20´te Jahrhundert den Zeitraum vom 01.01.1901 bis zum 31.12.2000.

Jede Zeit hat seinen eigenen Stil. Da sich Dieser regelmäßig wandelt kann es durchaus sinnvoll sein, eine Figur oder ein Service gut eingepackt auch mal 10 oder 20 Jahre in den Keller oder auf den Dachboden zu stellen. Was heute u.U. keinen vernünftigen Preis erziehlt kann in 5, 10 oder 20 Jahren durchaus wieder gefragt sein! Wie sagt man so schön: "Es kommt Alles irgendwann wieder!"