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Dekorvarianten

handgemalte Bouquetmalerei

Porzellanmalerei Dresden, 1917-1926

Dekore sind in Farb- und Formgebung von jeher ein Ausdruck des Zeitgeschmackes. Die Fraureuth AG durchlebte seit ihrer Gründung mehrere interessante Stilrichtungen. Begonnen im romantischen Historismus vor 1870 hin zum Späthistorismus von ca. 1880-1900, der sich kurzfristig wieder am Barockstil orientiert. Dekore des frühen Historismus sind eher in gedeckteren, teils in dunklen in Farben wie Kobalt und Braun gehalten. Im Späthistorismus werden die Dekorationen farbenfroher und die Formen orientieren sich wieder am Barock. Um ca. 1900 kündigt sich mit geschwungenen Formen, kräftigen Farben und Blumendekoren der Jugendstil an. Diese Epoche bis hin zu den Anfängen des Art Déco ist für die Fraureuth AG sowohl künstlerisch als auch kreativ die intensivste und prägenste Phase. In dieser Epoche werden Porzellanmalereien in Dresden, Lichte und Gräfenthal errichtet. Die seit 1915 geschlossene Porzellanfabrik Wallendorf wird erworben und die Kunstabteilung dort eingerichtet. Es beginnt ein wahres Feuerwerk der Dekore an Formen und Farben. Bei der Fraureuth AG wurden fast alle Dekortechniken ausgeführt. Vom handkolorierten Stahlnadeldruck, Schiebebildtechnik auf- sowie unterglasur, Handmalerei auf- und unterglasur bis hin zu Ätzgolddekoren, Silberoverlayarbeiten und Emailmalereien wurde alles ausgeführt. Kundenwünsche wie z.B. das Versehen von Schiffsgeschirr mit den Flaggen und Insignien der Reederei war eine Spezialität der Fraureuth AG. Feine und präzise Goldmalereien und Staffagen waren ferner ein Markenzeichen. Ich möchte deshalb versuchen, Dekore der Fraureuth AG in der
Galerie der Dekore zusammenzutragen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich recht herzlich für die Unterstützung zu diesem Kapitel bei dem Stadt- und Dampfmaschinenmuseum in Werdau bedanken, welches mir freundlicher Weise hierbei behilflich war. Bitte beachten Sie, daß die HP für eine Bildschirmeinstellung von 1152x864 Pixel optimiert ist.

In einem Bericht aus dem Buch des Handel und der Industrie "Unsere Zeit" von 1919 heißt es über die Fraureuth AG:
"..........Lieferungen in Hotelgeschirren für die Hamburg-Amerikanische Paketfracht -Aktiengesellschaft, für die Riesendampfer Imperator und Patria, für sogenannte Senatorendampfer, sowie für die Königlich-Holländischen, die Holland-Amerika Linie und die Niederländischen Lloyd verschafften der Firma ein ansehnliches Absatzgebiet, dem der Ausbruch des Krieges ein jähes Ende bereitete. Seitdem hat das Unternehmen in jeder Beziehung eine große Wandlung durchgemacht...............In Dresden und Lichte unterhält die Firma eigene Malerwerkstätten,in denen Künstler ausschließlich mit Handmalereien und Galleriebildkopien sich befassen. Sie reproduzieren Gemälde unserer ersten Meister auf Kunstgegenstände wie Dosen, Vasen, Tellern und gerahmten Platten.........
........Auch in Berlin hat das Unternehmen eine Niederlassung, nämlich ein Zentral-Musterlager für den Verkauf außerhalb der Leipziger Messen. Hier findet man Kunstgegenstände, die unmöglich von der Konkurrenz übertroffen werden können, ganze Gemäldegalerien erster Künstler auf Tellern, Schüsseln und anderen Ziergegenstände übertragen..............Die prachtvolle Golddekoration mit Emaileinlagen auf Vasen lassen selbst den Laien erkennen, welche Fülle von Arbeit, Kunstfertigkeit und Geschmack sich hier vereint hat, um das Beste zu bieten, um auch den verwöhntesten Geschmack voll zu befriedigen und jeder Kunstrichtung gerecht zu werden. Die Farben auf den Vasen, Dosen und ähnlichen kunstgewerblichen Gegenständen sind von größter Feinheit, insbesondere die Emailfarben, das Porzellan zeigt den reinsten, weißen Ton......"