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Verschiedene Dekorationsarten

Cobalt-blue with red

Cobaltblau mit Rotfond

Dekore waren von jeher ein Ausdruck des Zeitgeschmack. Farben und Formen vareieren je nach Stilrichtung. Neben handgemalten Dekoren gab es gedruckte Dekore, Schiebebilddekore oder Dekore mit Gold oder Silber. Jedoch erst kurz vor der Einführung der Spülmaschine um 1930 in Europa hatte man die Möglichkeit, einige dieser Dekore vor Abrieb zu schützen. Ich möchte hier verschiedene Möglichkeiten der Dekoration von Porzellan beschreiben, die maßgeblich über die Beständigkeit des Dekor entscheidet.

Das Aufglasurdekor:
Diese Art des Dekorauftrages kann gedruckt, gemalt oder mittels Schiebebild (z.B. auf einer Platte vorgedrucktes Dekor, welches auf das Porzellan geschoben wird) auf das fertig glasierte Stück aufgetragen werden. Damit aufgemalte Farben eine feste Verbindung bei dem Dekorbrand mit der Glasur eingehen, muß der Schmelspunkt der Farben unter dem der Glasur liegen (~750°C-900°C). Das Aufglasurdekor war eine gängige Art der Dekoration bis in das 20. Jahrhundert. Ein Schutz des Dekor gegen chemische und mechanische Einwirkungen besteht nicht.

Das Inglasurdekor:
Bei dieser Art der Dekorweiterverarbeitung werden Metalloxyde als Farben verwendet, die wärend eines Schnellbrandverfahrens bei 1200°C - 1300°C in die Glasur einsinken und von ihr umhüllt werden. Diese Art der Dekorration erfolgt entweder mit im Siebdruckverfahren hergestellten Abzieh- bzw. Schiebebildern oder wird von Hand bemalt und vor dem Schnellbrand auf das Porzellan aufgetragen. Diese Dekore sind in der Glasur und somit geschützt.

Das Unterglasurdekor:
Hier wird die Farbe auf die unglasierte Keramik aufgetragen. Die Glasur wird auf das bemalte Stück aufgetragen und gebrannt. Auch dieses Dekor ist geschützt.

Das Ätzgolddekor:
Bei dieser sehr aufwändigen Art der Dekoration wird das Dekor mit Flußsäure in das fertig glasierte Porzellan geätzt. Hierbei handelt es sich um die einzige Säure, welche Porzellan angreift. Die Flächen, welche im Dekor erhaben sein sollen, werden vor diesem Vorgang mit einem Schutz versehen. Anschließend wird das Gold in mehreren Arbeitsschritten aufgetragen und erhält so durch das Einätzen der Muster seinen charakteristischen Ausdruck.

Das Fonddekor:
Hierbei handelt es sich um eine auf die Glasur aufgespritzte Farbe. Ähnlich wie bei dem Ätzgolddekor werden die Flächen mit einem Schutz versehen, die hier nach Fertigstellung des Stückes weiß erhalten bleiben sollen.

Es kann also durchaus sein, daß auch ein älteres Porzellanstück einen guten Schutz des Dekor hat. Aber Vorsicht!! Ältere Stücke haben in der Regel auch Verziehrungen (Staffagen oder Malereien) aus Gold oder Silber. Da die Schmelzpunkte der Edelmetalle (Platin 1773°C, Gold 1064°C, Silber 981°C) größtenteils unter dem der Glasur liegen, sind diese Dekorationen immer aufglasur und somit z.B. nicht gegen Abrieb geschützt.