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Über die Herstellung und Funktion der Glasur

Keramik ist von ihrer Oberfläche her porös. Um Diese gegen Eindringen von Wasser, Schmutz und Gasen (Gerüchen) zu schützen, wird sie glasiert. Die Glasur ist ein meist farbloser Überzug, der überwiegend aus den Bestandteilen von Glas besteht und sich beim Glattbrand untrennbar mit der Keramik verbindet. Werden Figuren meist nur wegen ihres Erscheinungsbildes glasiert, so hat die Glasur bei Stücken für andere Bereiche einen rein praktischen Nutzen. Sie verringert z.B. bei keramischen Bauteilen im Bereich der Elektroindustrie die Leitfähigkeit, verhindert hiermit Kriechströme und dient so zur Isolation. Im Bereich der Sanitärkeramik stehen die Hygiene und Reinigung im Vordergrund. Hier wird mittlerweile sogar mit zusätzlichen Beschichtungen auf der Glasur gearbeitet, welche eine Anhaftung von Verschmutzungen und Keimen noch besser verhindern sollen. Ihren Ursprung hatte die Glasur jedoch in der Nutzung auf Geschirr. Neben der ästhetischen Wirkung von Effektglasuren und einer transparenteren Erscheinung des Porzellan dient diese dazu, die hiermit geschlossene und geglättete Oberfläche besser reinigen zu können. Ferner wird die glasierte Oberfläche wesendlich beständiger gegen mechanische Einflüsse wie beispielsweise Messerschnitte. So hat die Glasur des Hartporzellan, nach einem einheitlichen Prüfverfahren von Friedrich Mohs, welches er ca. 1812 entwickelte (DIN EN 101), eine Härte von ca. 7. Zum Vergleich hat z.B. Kupfer oder Messing eine Härte von 2-3, Marmor von 3, Eisen von 4 oder Bodenfliesen bzw. Stahl eine Härte von 5. Sie Alle wären der Härte der Glasur somit untergeordnet. Trotzdem kann eine Glasur beschädigt werden. Hier spielen in erster Linie die Einwirkung von Chemie eine große Rolle sowie mechanische Einwirkungen, wie beispielsweise das Stapeln von Geschirrteilen aufeinander. Eine chemisch angegriffene Glasfläche zeigt einen Schleier, der sich nicht mehr beseitigen läßt. Die Oberfläche ist stumpf und "blind". Bei der mechanischen Zerstörung der Glasur handelt es sich um aufgerauhte Stellen, welche durch stetiges Scheuern mit unglasierten Stellen, wie z.b. der Standring eines Tellers, hervorgerufen werden. Diese Schäden sind nicht mehr zu reparieren. Speziell Keramiken können sogenannte Craquelé, gitternetzartige Risse in der Glasur, zeigen. Diese können altersbedingt auftreten. Manche Stücke wurden jedoch auch bewust mit Craquelé als Dekoration hergestellt.